indien 06
Tuesday, September 12, 2006
  tag zwo - willkommen chaos
wieder erklimmen wir den kleinen bus, zusammen mit mani und machen eine tempeltour. ich ich bin noch leer und alles ist egal und ok zugleich. ein kleiner umweg ueber die doerfer ruettelt uns mal richtig durch, ich mache ein zwei safarifotos von menschen die auf der erde sitzen, mit den haenden drin wuehlen und sachen draus essen. dann lehne ich mich zurueck und lasse mich vom land ueberfahren.
so passiert es denn, dass das herz erweicht, der kopf sich weit mal nach draussen auftut. glueck und worte kommen aus verschiedenen richtungen. ich sitze in der letzten reihe, sage nichts.

ab und an muss ich raus, in einen tempel. mani erklaert uns, betet fuer uns, laesst uns teilhaben. hinterher erzaehlt er uns, dass er darum bat, dass wir viele kinder bekommen. ich sags mal frei raus: ich finde das toll.

dann wieder durch die leute. durch die strassen, den laerm... arm raus, arm rein, immer wenn laster an meinem fester vorbeischrammen, oder die vollgestopften busse mit den donnerhupen, die so maechtig tuten, dass sie hunde und huehner aufwirbeln und davonfegen... ein hund liegt auch am strassenrand, aufgedunsen und die beine in die luft gereckt. ob der gerade verwest oder gebiert, man kann das nicht so genau erkennen... und hier ist leben und tod ja eh etwas naeher beisammen als bei uns, etwas weniger theoretisch.
nachdem ich das erste gigabyte an erinnerungsdaten mit schnellem auge verursacht habe, packe ich fuer heut die knipse weg und schaue anders, sehe den, der auf den urlaubsbildern immer fehlt. entdecke die bequemlichkeit in mir, das rumsitzen, das erst mal noch einen kaffee trinken, das ich will ausschlafen, das ich habe keine lust... komfort ist die entsetzlichste art zu sterben. die sucht nach behaglichkeit, das langsame totgehen... warum nur sind wir immer so versessen drauf, ungeschoren durchs leben zu kommen? vermeiden, was sich nicht versichern laesst, heben so viel auf fuer die diffuse idee einer tollen zukunft... gegenwaertig donnere ich jedenfalls durch das pralle leben, das pure chaos ist mein tempel und ich bin fest entschlossen, den inneren schweinehund aufzuwirbeln und im graben hinter mir verrecken zu lassen. heilig ist mir der moment, da mich meine seele einholt und - hallo micha in linz - an genau dieser stelle geht die innere musik wieder an.
 
Comments:
Achtung, sobald die innere Musik läuft, bist Du kein guter Beobachter mehrnoch ein Zuhörer und wenn sie zu laut wird ein Veräußerer!
 
naja, was das veraeussern angeht, bin ich ganz beruhigt. denn eigentlich gehe ich so ganz und gar in den tagen hier auf, dass am ende nichts uebrigbleibt, was unbedingt veraeussert werden will. auch das zuhoeren... ich weiss was du meinst, mach dir mal keine sorgen.
 
Post a Comment



<< Home

ARCHIVES
September 2006 /


Powered by Blogger